301 nach Downtown

Red – Red war natürlich nicht sein wirklicher Name – saß bereits seit einer Viertelstunde auf dem Bordstein vor dem Haltestellenschild. Der Bus hätte vor zehn Minuten halten müssen. Es war nicht ungewöhnlich, dass ein Bus ohne Grund und Ankündigung ausfiel. Gestört hat es nie jemanden. Auch heute schien die Verspätung niemanden zu kümmern.
Eine ältere Frau, dessen dunkle Haut im Nacken schon Falten warf, starrte unentwegt in die Richtung, aus der der Bus kommen würde, ohne sich merklich zu bewegen. Ein noch älterer, graubärtiger Mann pfiff ein ganzes Repertoire an alten Bluesliedern vor sich hin und ein Junge mit Rastalocken und viel zu weiten Klamotten für seine schmächtige Statur rauchte bereits seinen zweiten Joint. Sie alle befanden sich schon an der Haltestelle als Red dort ankam und sie sahen aus, als würden sie auch bis zum Sonnenuntergang dort stehen, wenn kein Bus käme. more „301 nach Downtown“